<2> Kündigen, Sabbatical oder doch der unbezahlte Urlaub

Posted: September 19, 2017 by made-ja-life

Der nächste Schritt

Der nächste Step, der uns einen Schritt näher zur Weltreise bringt. Was, wir wollen die Welt bereisen? Ohh Yessss! Nach unserer Entscheidung, diesen Schritt in unserem Leben zu machen folgt bekanntlich Schritt 2. Man beginnt seine Fantasie schweifen zu lassen, plant im Kopf schon bis in´s kleinste Detail, freut sich abartig. Und auf einmal kommen hier die Fragen:
Wie lange soll unsere Reise dauern. Halbes Jahr oder doch lieber ein Jahr? Soll ich kündigen, unbezahlten Urlaub nehmen oder doch lieber ein Sabbatical Year?
Alles hat hier so seine Vor- und Nachteile und wir möchten euch davon erzählen, vor allem wie das bei uns so abgelaufen ist. Denn auch wir mussten hier durch und haben lange überlegt und abgewägt.

Wie lange soll die Reise dauern?

Zuerst einmal sollte man sich klar sein, wie lange man von zu Hause weg bleiben möchte. Für uns war es schnell klar. Ein Jahr muss es schon sein, die Zeit reicht sonst ja auch nicht! Wir möchten intensiv reisen gehen, die Kultur anderer Länder kennen lernen und nicht nur „Urlaub“ machen. Wir machen hier keine halben Sachen. Und vor allem, was ist schon ein Jahr, gesehen auf sein ganzes Leben? Ein Hauch von Nichts!

Ich bin mitten im Job, was nun?

Für mich (Julian, hier an der Tastatur) der leichteste Teil der Planung. Ich arbeite in einem recht großen Unternehmen. Eigentlich will ich schon länger weg von meinem jetzigen Arbeitsplatz. Ich bin allgemein recht unzufrieden mit meiner jetzigen Situation. An sich habe ich keinen schlechten Job, habe nur einige schlechte Erfahrungen machen müssen. Von Lästereien über Mobbing bis hin zu stupidem Arbeiten (Texte von A nach B kopieren als Mediengestalter ist Horror, vor allem wenn es 2 Jahre lang so geht).

Da kommt unsere Reise wie gerufen. Zwar war die Weltreiseplanung bei mir erst nach der Kündigung im Gespräch.Ich glaube, die meisten kennen es nur von anderen, sehen es in einem Film oder träumen davon. Aber wenn man da selbst drinsteckt ist das ein mega gutes Gefühl! Ich selbst habe schon gekündigt bevor es ganz sicher war, dass wir eine derartige Reise machen. Malin hat sich spontan dazu entschlossen und für die Weltreise gekündigt. Es gibt doch keinen geileren Grund zu kündigen, oder? Wohl kaum!

„Scheiße bin ich nervös“ dachte ich mir als ich meine Kündigung am Rechner schrieb. Ich bin ein Mensch der sich alles immer bildlich vorstellt. Kann gut sein, kann aber auch wie jetzt einfach nur nerven. Eigentlich kann es mir egal sein. Warum so ´nen Kopf machen und warum diese Aufregung. Ist eigentlich ganz einfach: In die Arbeit, Kündigung abgeben, arbeiten und abends wieder nach Hause. Denkste… Wenn du in der Situation bist, in der ich steckte, dann weißt du bestimmt, was ich meine. Scheiß Gefühl so ne Kündigung abzugeben. So eine Reise wollte ich schon nach meinem Abitur machen, habe es aber nie geschafft. Meistens war es das Geld, was mir den Weg versperrt hat. Aber dieses mal soll es klappen!

Sabbatical Year

  • Eine gute Möglichkeit ein Jahr Auszeit zu nehmen ist ein Sabbatical. Aber was ist das eigentlich genau?
  • Ein Sabbatical Year ist eine berufliche Auszeit bis zu einem Jahr.
  • Man braucht eine Ansparphase der „Sabbat-Zeit“ die später genommen wird, sprich Lohn für die freie Zeit.
  • Zum Beispiel könnte das so aussehen: Ich arbeite in Vollzeit, bekomme aber nur 50% meines Lohnes ausbezahlt. Die anderen 50% bekomme ich dann im Sabbat-Jahr, in dem ich nicht arbeite.
  • Überstunden können da auch reinfließen. Da braucht man aber einen großen Pool um da mal eine längere Auszeit zu bekommen, vor allem kann man bei vielen Arbeitgebern nur eine bestimmte Zahl an Überstunden aufbauen, der Rest wird ausbezahlt.
  • Gleiches gilt für Urlaubstage.
  • Ein großer Vorteil ist, dass man im Sabbat-Jahr weiterhin versichert ist, die Beiträge werden weiter vom Arbeitgeber bezahlt.

 

Unbezahlter Urlaub

Ein Jahr unbezahlter Urlaub bedeutet folgendes:
Der Arbeitsvertrag bleibt weiterhin bestehen, mit allen Regelungen etc., nur der Lohn bleibt eben weg. Klar man arbeitet ja auch nicht und hat nichts angespart wie beim Sabbat-Jahr.
Der Nachteil ist, die Sozialversicherungen bleiben nur bis zu 4 Wochen nach Antritt des unbezahlten Urlaubes bestehen, danach muss man sich privat versichern. Das gilt auch für die Krankenversicherung. Und wir wollen definitiv länger als 4 Wochen reisen.

 

Kündigung

Wenn ein Sabbat-Jahr oder unbezahlter Urlaub nicht möglich ist, oder einfach nicht taugt, dann bleibt einem kaum was anderes übrig als zu kündigen. Ich kündige, zwei Wörter, die auch bei mir und Malin das ganze Leben verändert haben. Das Leben nochmal auf den Anfang setzen, quasi alles erst mal auf Null stellen. Wir gehen an den Anfang zurück und fangen alles von vorne an, nur, dass wir jetzt älter sind, etwas mehr Erfahrung haben und so.
Eine Kündigung hat leider enorm viele Nachteile… Man muss sich selbst versichern, sprich Krankenversicherung, Rente etc. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, ob man einen Job nach der Auszeit findet, man hat kein geregeltes Einkommen mehr und so weiter und so fort.
Aber nur die Kündigung hat diesen gewissen Vorteil: Man hat Zeit, man ist an nichts gebunden, kann loslassen und muss sich keine Gedanken machen, wann man zurück sein muss. Man weiß ja nie, was so passiert. Vielleicht bleiben wir ja im Ausland. Finden in Neuseeland einen Job, der uns so gut gefällt, dass wir dort bleiben wollen? Man ist einfach unabhängig.

Wie wir uns entschieden haben

Sowohl Malin, als auch ich haben gekündigt. Wie schon erwähnt, war das für mich die einzige Möglichkeit abzuschalten. Mich wieder auf mein Leben zu konzentrieren. Zuerst wollte ich mich selbstständig machen, doch jetzt wollen wir unser Leben nochmal auf 0 setzen. Wie beim PC Reset. Ein Neustart. Das System neu hochfahren.
Wir wollen die Zeit. Ob es jetzt länger als 1 Jahr wird oder kürzer ist uns erst mal egal. Wir können es uns ja jetzt aussuchen 😀

Kommt Zeit, kommt Rat.

Einer meiner besten Freunde und ehemaliger Kollege hat auch diesen Schritt gewagt. Für ihn war es nicht ganz so leicht, seinen Job zu kündigen. Er ist bereits in Neuseeland und wir werden dort in Neuseeland, ja das wird unser erstes Ziel sein, mit ihm zusammen ein bisschen Reisen. Als er hier noch ein paar Büros weiter gearbeitet hat, war es hier noch angenehmer. Da vermisse ich schon die witzigen Gespräche, das Lachen über die verrücktesten Themen und blödesten Ideen. Er hat es auch geschafft und jetzt sind wir an der Reihe.

2 Comments

  • Andre September 27, 2017 at 8:08 am

    Definitv die richtige Entscheidung. Wir mussten damals auch beide kündigen. Und bei uns war es das Gleiche wie bei euch. Lästereien sind inzwischen fast überall zu finden, da muss man einfach drüber stehen. Genießt die Zeit und freut euch auf eure Reise. Wir folgen euch gespannt! 🙂

    Reply
    • made-ja-life September 27, 2017 at 8:59 am

      Hi Andre, danke 🙂 Wir sehen das ganz genauso! Danke, dass du uns weiter folgst!
      Viele Grüße
      Julian und Malin

      Reply

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